Mein Buch-Projekt

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Prolog

Ich hasse sie. Ich hasse sie, weil sie unschuldige Menschen einfach töten. Ihnen ohne mit der Wimper zu zucken, das gesamte Leben aussaugen. Menschen, die Familien haben, Menschen, die gerade von der Arbeit kommen, wo ihre Kinder zu Hause auf sie warten und sich wundern, warum ihre Eltern nicht nach Hause kommen. Angst bekommen, weil sie nicht mehr wiederkommen. Teilweise noch zu klein, um Hilfe zu rufen oder zu suchen. Kinder, die ihre Eltern brauchen.

Aber auch die Kinder, wo die Eltern sich wundern, warum sie nicht mehr vom Spielen heimkommen.

Die Polizei wird die Leichen nie finden. Denn die Täter verbrennen diese schneller, als man sie vermissen und finden kann. Sodass nie auch nur ein Hauch einer Spur von ihnen zurückbleibt.

Ich frage mich, wie sie das mit ihrem Gewissen vereinbaren können. Gut, ich töte auch ab und zu kleinere Tiere. Aber meistens kann ich an ein paar Blutkonserven kommen, die vermutlich keiner mehr vermissen wird. Oder ich statte dem Schlachter einen Besuch ab. Aber ich käme niemals auf die Idee, einen Menschen auf offener Straße zu töten. Ich könnte es einfach nicht.

Der Gesichtsausdruck, wenn das Herz langsam aufhört zu schlagen. Der Schock in den Augen, weil sie etwas vor sich sehen, was sie nicht begreifen können. Die Erkenntnis, dass es vorbei ist und vorher noch die Panik und das Verlangen, weglaufen zu wollen.

Alleine die Vorstellung ist grauenvoll.

Ich kenne genug Vampire, die auf meine Art und Weise leben. Sie kommen mehr als gut damit zurecht.

Menschenblut frisch aus dem Körper ist nun mal nicht notwendig, aber das verstehen sie nicht. Gut, ich muss zugeben, die Umgewöhnung ist ziemlich schwer. Die Meisten sind aber durchaus in der Lage, es zu bewältigen. Es ist nicht unmöglich.

 

 

Eins

Beides hat seine positiven und negativen Aspekte. Ich denke, es ist schwer von einer Großstadt in ein kleines Dorf zu ziehen, aber umgekehrt ist es ebenso schwer. Es ist eine Frage der Eingewöhnung und wie lange man an dem bisherigen Ort gelebt hat. Aufgrund der Gewohnheit kennt man es von einer Großstadt einfach nicht anders, dass man fast immer und überall Menschen um sich hat und dass es manchmal eben ein bisschen stressiger zugeht. Bei Leuten, die immer nur ruhigere Gegenden gewohnt waren, dürfte es fast ein mittelschwerer Schock sein, in eine nahezu überfüllte Großstadt zu ziehen.

Auch wenn ich das hektische und stressige Leben nur äußerst ungern hinter mir lassen werde, manchmal muss man einfach umziehen. Doch meistens sind die Gründe eher andere, wie zum Beispiel: Der Mann bekommt einen tollen Job in einer anderen Stadt und die gesamte Familie muss mit.

In meinem Fall sind die Gründe ganz andere.

Wenn man umziehen muss, weil einem die Leute allmählich auf die Schliche kommen, weil sie herausfinden, wer oder was du bist. Um der Konfrontation aus dem Weg zu gehen, muss man manchmal flüchten, in der Hoffnung, dass man entkommt.

 

Als sie erfuhr, dass an diesem Abend eine Kirmes im Dorf stattfinden sollte, packte sie sofort die Gelegenheit beim Schopf und beschloss, direkt einen guten Eindruck zu hinterlassen und sich dort sehen zu lassen. Wer wusste schon, wann man die nächste Gelegenheit dazu bekommen würde.

Es war jedoch noch reichlich Zeit bis zum Abend und sie wollte auch nicht zu früh dort erscheinen, denn das könnte eventuell zu viel an unerwünschter Aufmerksamkeit auf sie ziehen. Sie würde dort ankommen, wenn die allermeisten bereits da waren und die ersten schon ein oder zwei Bier getrunken hatten. Zu dem Zeitpunkt wäre dort schon eine gewisse Stimmung aufgebaut und es wäre leichter für sie, sich unter das Volk zu mischen.

An so einer Situation wurde ihr wiedermal schmerzlich bewusst, wie schwierig es für eine wie sie war, absolut nicht aufzufallen.

 

Als sie sich schließlich abends vor ihrem großen Spiegel im Badezimmer begutachtete, musste sie feststellen, dass sie viel zu auffällig gekleidet und geschminkt war. Wenn sie so in diesem Outfit dort aufkreuzen würde, könnte sie sich genauso gut direkt Vampir auf die Stirn schreiben. Man würde sie zumindest für verrückt erklären und Gerüchte ohne Ende über sie verbreiten. Das musste sie alles nach Möglichkeit vermeiden, ansonsten würde ihr Aufenthalt hier um einiges kürzer werden als geplant.

Nachdem sie sich die Hälfte ihrer vorherigen Schminke abgewischt hatte, entschied sie sich für eine normale Jeans und ein dunkelrotes Oberteil, welches besonders gut zu ihrer Haarfarbe passte. Ihre Haare trug sie weiterhin zu einem Pferdeschwanz, nahm noch eine graue Strickjacke von der Garderobe und betrachtete ihr Spiegelbild erneut. So kannst du dich dort sehen lassen, sagte sie zufrieden lächelnd zu sich selbst und schlüpfte in ihre schwarzen Stiefeletten.

 

 

 

Als sie auf dieser sogenannten Kirmes ankam, wirkte der Platz gegenüber der Feuerwehr schon stark überfüllt. Die Leute, die sie sehen konnte, hatten fast alle ein Getränk in der Hand – meist ein alkoholisches – und lachten laut.

Ihr war eigentlich nicht so sehr nach feiern und Spaß haben, aber sie bemühte sich, ein freundliches und sympathisches Gesicht aufzusetzen und lief über die Straße zu den anderen Dorfbewohnern.

Sie entschied sich für eine besonders große Gruppe von ungefähr fünfzehn Leuten, die alle um zwei Stehtische herumstanden und schon ziemlich angeheitert zu sein schienen. Der Mann, neben den sie sich stellte, schien erst recht schon ein bisschen betrunken zu sein, aber wurde sofort auf sie aufmerksam und legte einen Arm um sie, was ihr ein wenig aufdringlich erschien, aber sie ließ ihn.

„Hey schöne Frau! Ich glaube, wir haben uns noch nie gesehen oder?“

Grace versuchte sich zusammen zu reißen und nicht wütend zu werden. Der Mann mochte zwar ziemlich gut aussehen, dennoch hatte sie was gegen stark Betrunkene. Besonders dann, wenn sie anfingen, Dinge zu tun, die sie eventuell am nächsten Tag bereuen würden.

„Nein haben wir nicht, ich bin Grace.“ Sie musste sich noch ein bisschen mehr zusammen reißen, um an ihrem Tonfall nicht schon alles erkennbar zu machen. Auch wenn es der Mann neben ihr wahrscheinlich ohnehin nicht merken würde.

„Oh cool. Hi Grace! Ich bin Martin. Woher kommst du Grace?“

„Köln. Aber ich werde jetzt mal so langsam zusehen, dass ich mich noch ein bisschen mehr unter das Volk mische.“ Mit diesen Worten streifte sie seinen Arm möglichst unauffällig ab und ließ einen ziemlich verdutzten Martin einfach stehen.

Sie bemühte sich, sich möglichst elegant unter die Menschenmenge zu mischen, um auch weiterhin nicht großartig aufzufallen. Eine Sorge, die eigentlich nicht nötig war, da die meisten sie keineswegs beachteten.

Die Begabung als Vampir durch eine Menschenmenge zu „huschen“ und sich absolut unauffällig dabei zu verhalten, wurde ihr gerade im Moment sehr zum Vorteil.

Grace beschloss, erst mal den Getränkewagen aufzusuchen, bevor sie sich zu einer anderen Gruppe stellte.

Der Mann im Bierwagen warf ihr einen prüfenden und gleichzeitig äußerst merkwürdigen Blick zu.

„Sind Sie neu hier? Ich habe Sie noch nie hier gesehen. Aber irgendwie glaube ich, Ihr Gesicht schon mal irgendwo gesehen zu haben.“

Grace verschluckte sich beinahe an der Cola, die der Mann ihr soeben hingestellt hatte. Wie konnte er sie kennen? Oder überhaupt jemals gesehen haben? Sie schätzte ihn auf vielleicht Mitte dreißig. Also selbst wenn er hier schon seit seiner Geburt wohnte, konnte er ihr Gesicht jedenfalls nicht hier aus dem Dorf kennen, denn das letzte Mal, als sie hier gelebt hatte, war eindeutig vor seiner Zeit gewesen. Es sei denn er war... Den Gedanken versuchte sie so schnell abzuschütteln, wie er gekommen war. Aber in einer Welt, wo selbst übernatürliche Wesen wie Vampire einen unscheinbaren Platz gefunden hatten, konnte es genauso gut auch andere unsterbliche Lebewesen geben.

„Haben Sie denn schon immer hier gelebt? Ich dachte gerade daran, dass Sie mich vielleicht von woanders her glauben zu kennen.“ Grace konnte ihm ansehen, dass er nicht in Betracht zog, darüber nachzudenken.

„Nein, das ist es ja gerade. Ich kenne Sie eindeutig von hier. Ich habe Sie hier schon mal gesehen.“

Grace runzelte auf diese Antwort hin ungläubig die Stirn.

„Und wann soll das gewesen sein? Sind Sie sich ganz sicher, dass Sie mich nicht verwechseln?“ Grace wurde die Diskussion allmählich zu blöd.

Er konnte sie hier noch nie gesehen haben, es sei denn er war ein Unsterblicher. Doch das war er ihrer Meinung nach mit Sicherheit nicht, sonst hätte sie es erkannt und er hätte sich ihr gegenüber generell anders verhalten.

„Wann ich Sie hier genau gesehen habe, kann ich nicht sagen. Es ist auf jeden Fall schon länger her... und nein, ich verwechsele Sie ganz bestimmt nicht!“ Seine Stimme bekam immer mehr einen ganz bestimmten Unterton, der besagte, dass er sich wirklich vollkommen sicher war, bei dem was er sagte. Trotzdem war das im Grunde genommen unmöglich.

„Wie auch immer...“ Mit diesen Worten drehte Grace sich auf dem Absatz um und steuerte auf eine andere kleine Gruppe zu, wo alle sich eifrig am unterhalten waren.

Sie stand schon fast vor ihnen, als sie von der Seite angetippt wurde. Grace hatte schon vorher bemerkt, dass die Frau auf sie zukam, doch das durfte sie sich natürlich nicht anmerken lassen. Stattdessen tat sie so, als würde sie sich erschrecken.

Mit Erfolg. Der Frau, die sie angetippt hatte, war die Situation jetzt schon sichtbar unangenehm. Sie hatte ziemliche Mühe ein freundliches und gleichzeitig entschuldigendes Gesicht aufzusetzen. Das Resultat daraus war schließlich ein nervöses Lächeln, als Grace sich zu ihr umdrehte.

„Oh, entschuldigen Sie bitte! Ich wollte nicht...“

„Schon gut“, unterbrach Grace sie, langsam ein wenig genervt, aber dennoch mit einem beschwichtigendem Lächeln auf den Lippen. Ihr Gegenüber nickte langsam und begann vorsichtig von Neuem:

Ich wollte Sie auch überhaupt nicht belästigen oder sowas. Ich denke, Sie brauchen erst mal ein bisschen Zeit, um sich hier einzufinden. Ich habe gehört, Sie kommen aus Köln. Das ist natürlich ein himmelweiter Unterschied im Gegensatz zu dem kleinen Dorf hier. Ich bin übrigens Andrea.“ Bei den Worten reichte sie ihr die Hand und sah Grace ein wenig erwartungsvoll an. Doch diese schwieg absichtlich weiterhin, um den interessanten Redefluss ihres Gegenüber nicht zu unterbrechen.

Als diese merkte, dass von Grace kein Wort kommen würde, holte sie tief Luft und begann schließlich weiter zu reden:

„Ja... jedenfalls... wollte ich Sie fragen, ob es möglich wäre, dass wir uns vielleicht schon mal irgendwo begegnet sind? Ich habe Sie definitiv schon mal gesehen. Sie kommen mir auf jeden Fall ziemlich bekannt vor. Sagen Sie... wie war noch gleich ihr Name? Vielleicht fällt es mir dann ein...“

„Grace. Grace Lifford. Sie sind nicht die Erste, die meint mich irgendwoher zu kennen. Aber vielleicht kommt das auch daher, dass ich vor sehr langer Zeit schon mal hier gewohnt habe. Aber nur sehr kurz. Damals hat mich eigentlich niemand so wirklich kennengelernt beziehungsweise gekannt.“ Sie konnte Andrea ja schlecht erzählen, dass ihr letzter Aufenthalt lange vor ihrer Zeit war.

„Hmm... Grace Lifford... der Name an sich sagt mir jetzt nichts, wenn ich ehrlich bin. Komisch... Aber sagen Sie, wer glaubt denn noch, Sie zu kennen? Sie versuchte krampfhaft ein amüsiertes Schmunzeln auf ihre Lippen zu zaubern, was ihr aber nur teilweise gelingen wollte.

„Der Mann im Bierwagen, der gerade in unsere Richtung sieht.“ Andrea schien darüber keineswegs verwundert.

„Ach Derek. Das hat er schon bei Einigen gesagt. Er kommt nicht ursprünglich von hier und glaubt trotzdem irgendwie alles und jeden hier zu kennen.“

„Ah okay, na wenn das so ist... ich werde dann jetzt mal sehen, ob es hier auch ein paar nette Menschen gibt, die sich mit mir unterhalten können, ohne direkt zu meinen, mich zu kennen oder ähnliches.“

Andrea sah sie ein wenig überrascht an, da sie mit einer solchen Antwort absolut nicht gerechnet hatte. Aber sie verstand diese eindeutige Andeutung. Sie lächelte nur noch ein mal kurz, ging dann ein paar Schritte rückwärts, um sich schließlich um zudrehen und davon zu laufen.

Grace sah ihr noch kurz nach. Die Frau hatte doch im Grunde genommen nur versucht freundlich zu sein. Mit einem Seufzer und einem Achselzucken bewegte sie sich nun erst mal in Richtung einer Ecke auf dem Platz, die ein wenig abseits lag, wo sich somit auch keiner aufhielt.

Sie atmete erst mal einige Male tief ein und aus. Es fiel ihr doch schwerer als gedacht, mit dieser ganzen Umstellung hier klar zukommen. Sie hatte gemeint, es würde ihr leichter fallen. Wieder einmal einer ihrer mittlerweile bei sich selber bekannten Fehler. Aber wenn die merkwürdigen Fragen und das Misstrauen der anderen Dorfbewohner nicht irgendwann mal nachließ, würden ihre Schauspielkünste irgendwann auch noch das Handtuch werfen.

Aber das durfte nicht passieren. Sie musste sich schleunigst zusammenreißen. Auch wenn all ihre Gefühle und Emotionen durch das was sie eben war, permanent sehr verstärkt waren, durfte sie sich auf keinen Fall von ihnen überwältigen lassen und nachgeben.

Es war immer schwer als Vampir, die Kontrolle über sich und sein Handeln zu behalten. Man verlor eben nach und nach seine Menschlichkeit. Dazu gehörte, dass man aufpassen musste, dass man sich immer anpasste, sich so verhielt wie sie.

Plötzlich nahm Grace ein Rauschen und Knistern über ihr absolut überdurchschnittlich gutes Gehör wahr und konzentrierte sich sofort. Das waren eindeutig zwei junge Männer. Sie stritten. Sie bewegten sich genau auf den Punkt zu wo sie sich gerade befand und das fast zu schnell. Grace schaffte es gerade noch, sich hinter einer großen Tonne zu dematerialisieren, bevor die Beiden sie entdecken konnten.

„Jetzt gib es doch endlich zu!“, hörte Grace den einen brüllen.

„Wieso sollte ich wenn es nicht wahr ist? Außerdem Marco, bist du total betrunken!“

Grace beschloss, erst mal weiter mit zuhören, weil es sie sehr interessierte, was die Beiden für ein Problem hatten. Dank ihres ausgezeichneten Sehvermögens konnte sie die Beiden durch die Dunkelheit sogar relativ gut erkennen. Ein normaler Mensch hätte gar nichts sehen können.

Der eine hatte dunkelbraunes eher schwarzes Haar und trug eine sehr moderne dunkle Brille mit breiten Bügeln an den Seiten. Er schien entweder komplett nüchtern zu sein oder wenn zumindest nur sehr wenig Alkohol getrunken zu haben. Der andere, Marco, war in der Tat ziemlich betrunken, soweit Grace das beurteilen konnte. Er hatte eher dunkelblonde Haare. Sie hatten Beide absolut nichts auffälliges an sich, doch Grace beobachtete vorerst weiter.

„Ich bin nicht betrunken!“, hörte sie Marco wieder.

„Natürlich bist du das! Und du bist im Moment total aggressiv! Sowas kennt man von dir eigentlich gar nicht!“

„Ich bin nicht aggressiv! Und selbst wenn hätte ich allen Grund! Du hattest was mit meiner Freundin!“

Autsch! Wenn das tatsächlich der Wahrheit entsprach, hatte Marco allen Grund wütend auf ihn zu sein. Aber andererseits war Marco in der Tat ordentlich betrunken und Grace vermutete schon fast, dass das entweder ein riesiges Missverständnis war oder eine Art einen Streit inklusive Schlägerei anzufangen.

Der Beschuldigte gab einen verächtlichen Laut von sich und grinste ironisch.

„Wer hat dir denn bitte den Mist erzählt?“

„Ist doch egal wer mir das erzählt hat. Ich weiß es einfach!“

Daraufhin schubste Marco sein Gegenüber. Dieser taumelte ein paar Schritte rückwärts.

„Marco, lass das“ Morgen wirst du das sicher bereuen!“

Grace' Augen weiteten sich ein wenig. Jetzt schien es wirklich langsam zur Sache zu gehen. Mit Betrunkenen war eben meistens nicht zu spaßen.

„Ach Kevin halt doch die Klappe! Du willst dich doch nur vor der Auseinandersetzung drücken! Aber schon zu dumm, du hast dich da selbst reingeritten in die Scheiße, also steh wenigstens dazu!“

Grace konnte selbst durch die Dunkelheit erkennen, dass Kevin seufzte und gleichzeitig die Augen ein wenig verdrehte. Das brachte Marco schließlich komplett auf hundertachtzig. Er schubste Kevin wieder. Und wieder. Kevin versuchte sich ein wenig zu wehren, war aber nie schnell genug. Als Marco ihn noch einmal, diesmal sehr heftig, schubste, konnte Kevin sich nicht mehr auf den Beinen halten und verlor das Gleichgewicht.

„Marco, jetzt bleib doch mal locker, verdammt noch mal! Willst du, dass hier gleich noch ein Krankenwagen kommen muss?“

Nach diesen Worten verzog Marco's Mund sich zu einem boshaften Grinsen. Er kniete sich gleichzeitig genau neben Kevin auf den Boden.

Grace wollte eigentlich nicht wissen, was jetzt passieren würde, gut konnte das jedenfalls nicht ausgehen. Aber sie wollte sich zusammenreißen und nicht direkt aus einer Mücke einen Elefanten machen und zunächst abwarten.

„Wenn es so weit wäre, hättest du wenigstens eine einigermaßen angemessene Strafe für das, was du getan hast!“ Um seinen Worten noch deutlich mehr Wirkung zu verleihen, schlug er Kevin daraufhin mit seiner geballten Faust so heftig ins Gesicht, dass dieser im sofort das Bewusstsein verlor.

Als Marco merkte, dass sein Gegenüber sich nicht mehr rührte, stand er auf und lief davon.

Grace, die bis dahin nur beobachtet hatte, kam hinter der Tonne hervor und ging auf den am Boden liegenden Kevin zu. Sie konnte es bereits von weitem riechen, dass hier viel Blut im Spiel war, dennoch ging sie noch näher ran. Was sie sah war eine ordentliche Blutpfütze, die sich um Kevin's Kopf gebildet hatte.

Sie atmete zweimal tief ein und aus, um nicht direkt in einen Rausch zu verfallen und sah sich die Verletzung an seinem Kopf und Gesicht genauer an.

Seine Nase blutete ein wenig. Schlimmstenfalls war sie gebrochen. Der Aufprall den sein Kopf erlitten hatte schien auch nicht sehr ernsthaft zu sein. Er würde noch ziemlich gut aus der Sache raus kommen.

Als sie ein letztes Mal in sein Gesicht schaute, konnte sie sehen, wie Kevin langsam die Augen öffnete.

Sie war in dem Moment ein wenig erschrocken, weil sie damit so schnell nicht gerechnet hatte, weswegen sie nicht augenblicklich reagierte.

Er öffnete seinen Mund. Doch bevor er etwas sagen konnte, war sie verschwunden.

 

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